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  • Projektphase: Evaluierung
  • Datum: 15.04.2021

Berufswahlapp in der Erprobung

Ob von unterwegs mit dem Smartphone oder am Computer in der Schule – die voraussichtlich 2022 erscheinende berufswahlapp ist für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer künftig von überall zugänglich. Ein jugendaffines Design und eine intuitive Handhabung soll das Arbeiten mit dem digitalen Instrument einfacher und besser nutzbar machen.

Ein individualisierbares Profil, spielerische Elemente und die Einbindung von Reflexionsaufgaben auch durch Foto- und Videobeiträge sollen die Schülerinnen und Schüler für eine intensive Nutzung der digitalen Variante des Berufswahlpasses – der sogenannten berufswahlapp – gewinnen. Ein Cockpit, das sich durch die Nutzerinnen und Nutzer individuell anpassen lässt, begleitet die jungen Menschen künftig digital durch die verschiedenen Phasen der Beruflichen Orientierung. Das ermöglicht, die individuellen Lernvoraussetzungen der Jugendlichen stärker berücksichtigen zu können. Inhalte und Aufgabenstellungen beispielsweise können von den Schülerinnen und Schülern in ihrem Lerntempo eigenverantwortlich bearbeitet und nach ihren Interessen ggf. ausgeweitet und über zusätzliche Tools vertieft werden. Motivation und Förderung der Lernfähigkeiten und der Selbstorganisation stehen im Vordergrund, Lernstrategien können entwickelt und Selbstwirksamkeit erfahren werden.

Die berufswahlapp ist in allen Funktionen an den konkreten Bedarfen der Lebenswelt der jungen Menschen orientiert und unterstützt die Jugendlichen bei ihrer eigenständigen Planung und Bewältigung ihres Orientierungsweges. Sie ist aber auch so konzipiert, dass sie von den Lehrkräften eingesetzt und im Unterricht damit individuell gearbeitet werden kann.

Erprobung in verschiedenen Projekt-Phasen

Das wichtigste Ziel aller an der Umsetzung beteiligten Akteure ist es, dass das neue Instrument umfassend genutzt werden kann. Damit dies gelingt, werden in den insgesamt drei vorgesehenen Erprobungsphasen die Zielgruppen aktiv beteiligt. Die erste Erprobung endete im Februar 2021. Die nächsten beiden Erprobungen finden im Juni und November statt.

Im Rahmen der ersten Erprobung wurden 776 Schülerinnen und Schüler aus den Klassenstufen 7-13 und 40 Lehrkräfte mit Erfahrungen aus der Erprobung aus 55 Klassen befragt. Alle Schulformen wurden berücksichtigt. Die Erprobung erfolgte über verschiedene Geräte: 52 % PC, 17 % Tablet, 25% Handy, 2% mehreres (4% o. A.). 69 Prozent testeten das Instrument in der Schule und 38 Prozent zusätzlich auch von zuhause.

Die Ergebnisse der drei Erprobungsphasen fließen in die Weiterentwicklung der berufswahlapp ein. Die Schülerinnen und Schüler bewerteten die Benutzerfreundlichkeit, den Spaßfaktor, das moderne, ansprechende Design sowie die Individualisierbarkeit des eigenen Profils in der ersten Befragung überwiegend positiv. Die Erklärvideos wiederum waren aus Sicht der jungen Menschen teilweise nicht verständlich genug.

Auch die Lehrkräfte überzeugte die Verständlichkeit und Gestaltung des digitalen Berufswahlpasses. Sie bemängelten jedoch, dass sie zu wenig Einblicke in die App ihrer Schülerinnen und Schüler erhielten.

berufswahlapp gemeinsam gestalten

Für die nächste geplante Erprobung im Juni 2021 tüftelt das Projektteam auf Basis der Befragungen der Zielgruppen an einer Überarbeitung. Die Erklärvideos sollen für die Schülerinnen und Schüler verständlicher gestaltet und für mehr Funktionen entwickelt werden. Für die Lehrkräfte entwickelt das Team für die berufswahlapp eine Pinnwand, an die Schülerinnen und Schüler ihre Aufgaben heften und so für die Lehrkräfte, unter Berücksichtigung des Datenschutzes, freischalten können. Damit soll dem Interesse der Lehrkräfte an mehr Einblick in die Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler Rechnung getragen werden, ohne dass das Prinzip, dass die Jugendlichen selbst entscheiden können, welche Informationen sie teilen möchten, angetastet wird. Neben diesen Anpassungen werden auch neue Funktionen entwickelt wie beispielweise: interaktive Aufgaben, der BO-Kompetenzcheck, eine Berufs- und Lebensplanung, eine Terminfunktion sowie ein Newsfeed.

Bis zur letzten Erprobung im November werden noch weitere Elemente entwickelt: weitere Gamificationelemente und interaktive Aufgabenformate, ein Bewerbungseditor, Monitoring/Statistiken, Push-Nachrichten sowie ein FAQ und Anleitungen zur Nutzung der App. Auch hier werden die Anmerkungen aus der vorherigen Erprobungsphase berücksichtigt.

Für die Lehrkräfte ist als Unterstützung für die Einbindung der berufswahlapp in den Unterricht noch vorgesehen, ein pädagogisches Begleitkonzept und ein Qualifizierungskonzept zu entwickeln. Im Vorfeld werden für die Lehrerinnen und Lehrer zudem Erklärvideos erstellt, die die Funktionen des digitalen Instrumentes näher erläutern.

Künftige Begleitung des Berufswahlpasses und der berufswahlapp

Mit der Entwicklung der berufswahlapp und baldigen Implementierung, wird die Begleitung des Berufswahlpasses und der berufswahlapp zukünftig in einem neu eingerichteten Gremium zusammengeführt. Die bisher für den Berufswahlpass zuständige Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass wird aufgelöst und eine Unterarbeitsgruppe der Bund-Länder-BA-Begleitgruppe der Initiative Bildungsketten eingerichtet, in welcher das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Kultusministerien der Länder, die Bundesagentur für Arbeit und das Bundesinstitut für Berufsbildung vertreten sind. Die Projektleitung geht mit dem Launch der berufswahlapp von der Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung (G.I.B.) des Landes NRW an die Servicestelle Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung über, die bereits den analogen Berufswahlpass koordiniert hat.